Mittwoch, 19. August 2026

Die Deutschen haben zuletzt für Freizeitangebote immer mehr Geld ausgegeben - Abb.: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026

Freizeitausgaben der Deutschen steigen an

Private Haushalte in Deutschland stecken einen wachsenden Teil ihres Budgets in Freizeit, Sport und Kultur – einen Bereich, zu dem auch Bücher und Zeitschriften zählen. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wie stark sich die Verteilung der Konsumausgaben seit 2022 verschoben hat.

Private Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2024 durchschnittlich 9,5 Prozent ihrer Konsumausgaben für Freizeit, Sport und Kultur aufgewendet – umgerechnet rund 309 Euro im Monat. Insgesamt beliefen sich die monatlichen Konsumausgaben eines Haushalts, oft auch als Lebenshaltungskosten bezeichnet, im Schnitt auf 3.257 Euro. Zum Vergleich: 2022 hatten die Haushalte für denselben Bereich noch 8,6 Prozent ihres Budgets aufgewendet (245 Euro von damals durchschnittlich 2.846 Euro monatlichen Konsumausgaben).

Der Ausgabenbereich Freizeit, Sport und Kultur fasst laut Destatis ein breites Spektrum an Konsumgütern und Dienstleistungen zusammen. Dazu zählen unter anderem:

  • Sport- und Freizeitartikel
  • Bücher und Zeitschriften
  • Musikinstrumente, Spielzeug und Hobbybedarf
  • Freizeit-, Sport- und Kulturangebote wie Eintrittskarten oder Kurse
  • Gartenartikel und Haustiere
  • Pauschalreisen

Im Vergleich der Hauptausgabenbereiche bleibt Freizeit, Sport und Kultur damit der viertgrößte Posten im Haushaltsbudget. An der Spitze steht weiterhin das Wohnen einschließlich Energie und Instandhaltung, gefolgt von Nahrungsmitteln und Verkehr:

  • Wohnen (inkl. Energie, Instandhaltung): 36,3 Prozent
  • Nahrungsmittel: 14,0 Prozent
  • Verkehr: 13,8 Prozent
  • Freizeit, Sport und Kultur: 9,5 Prozent

Deutliche Unterschiede nach Einkommen und Haushaltstyp

Wie stark der Anteil für Freizeit, Sport und Kultur ausfällt, hängt maßgeblich vom Haushaltseinkommen ab. Haushalte mit einem monatlichen Einkommen unter 1.300 Euro gaben 2024 im Schnitt 5,7 Prozent ihrer Konsumausgaben für diesen Bereich aus. Bei Haushalten mit einem Einkommen ab 5.000 Euro monatlich lag der Anteil mit 10,7 Prozent fast doppelt so hoch.

Auch der Haushaltstyp macht einen Unterschied. Am wenigsten geben anteilig Alleinlebende für Freizeit, Sport und Kultur aus, am meisten Paare ohne Kinder:

  • Alleinlebende: 8,3 Prozent (170 von 2.042 Euro)
  • Alleinerziehende: 9,9 Prozent (276 von 2.790 Euro)
  • Paare mit Kindern: 9,8 Prozent (456 von 4.664 Euro)
  • Paare ohne Kinder: 10,1 Prozent (394 von 3.885 Euro)

Was das für die Verlagsbranche bedeutet

Für Verlage und den Medienvertrieb ist die Entwicklung nur bedingt eine gute Nachricht. Zwar wächst der Anteil, den Haushalte insgesamt für Freizeit, Sport und Kultur reservieren – doch innerhalb dieses breiten Budgets konkurrieren Bücher und Zeitschriften mit Reisen, Sportartikeln, Eintrittskarten und Haustierbedarf um dieselben Euro. Wie viel davon konkret auf Print-Erzeugnisse entfällt, weist das Statistische Bundesamt nicht gesondert aus.

Strukturell steht die Zeitungs- und Zeitschriftenbranche zudem seit Jahren unter Druck: Zwischen den Jahren 2000 und 2026 sind die Verkaufsauflagen laut IVW-Daten je nach Marktsegment um 60 bis 70 Prozent zurückgegangen. Gegenläufig entwickelt sich das digitale Geschäft mit Vertriebskanälen wie E-Paper und Paid Content. Für den Vertrieb bedeutet das wachsende Freizeitbudget der Haushalte also vor allem: einen größeren Kuchen, um den härter konkurriert wird – mit Abo-Modellen und Digital-Angeboten als zunehmend wichtigerem Hebel gegenüber dem rückläufigen Einzelverkauf.

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