
Lars Joachim Rose (li.) und Matthias Ditzen-Blanke sprechen sich dafür aus, dass MVFP und BDZV noch enger zusammenarbeiten - Fotos: Jan Bürgermeister, Jenna Dallwitz
Verlegerverbände bekräftigen Pläne zu engerer Zusammenarbeit
Die Vorsitzenden der Verlegerverbände MVFP (Medienverband der freien Presse) und BDZV (Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger) haben nochmals öffentlich das Bestreben formuliert, künftig als Organisationen stärker zusammenzuarbeiten. Bereits seit Anfang 2025 gibt es dafür unter dem Namen „Bündnis Zukunft Presse“ ein gemeinsames Dach. Vor allem bei der Vertretung von Verlagsinteressen gegenüber Gatekeepern wolle man nun noch geschlossener auftreten.
Für ihren Aufruf zu mehr Zusammenarbeit auf Verbandsebene nutzten die beiden Verbandsvorsitzenden Lars Joachim Rose (MVFP) und Matthias Ditzen-Blanke (BDZV) den aktuellen Jahreskongress 2026 der Zeitungsverleger als Bühne. In Berlin betonten sie, dass pragmatische, wirkungsorientierte Zusammenarbeit erfolgsentscheidend sei. Sie mahnten auch, dass es nicht um „Eitelkeiten oder Organisationsfragen“ gehe, sondern um „politische Durchsetzungskraft“. Die beiden Verbände sollen zunächst eigenständig bleiben, bei gemeinsamen Interessen aber enger zusammenarbeiten.
„Wir haben gemeinsame Interessen und gemeinsame Herausforderungen“, betonte Lars Joachim Rose, MVFP-Vorsitzender und Verleger der Mediengruppe Klambt. „Deshalb bündeln wir Expertise und Ressourcen dort, wo es konkreten Mehrwert schafft.“ Dazu gehörten politische Kommunikation, gemeinsame Initiativen, Veranstaltungen sowie die enge Abstimmung in medienpolitischen Grundsatzfragen. In den vergangenen Jahren habe sich die Zusammenarbeit bereits bewährt – etwa bei der arbeitsteiligen Kooperation der Public-Affairs-Teams und bei gemeinsamen Aktivitäten auf europäischer Ebene. „Darauf bauen wir auf. Wo wir mit einer Stimme sprechen, werden wir stärker wahrgenommen.“
Matthias Ditzen-Blanke, Vorsitzender des BDZV und Verleger der Nordsee-Zeitung, erklärte: „Gemeinsames Handeln statt Einzelkämpfertum – das ist unsere Antwort auf die wachsende Macht von Google, Meta & Co.“. Das „Bündnis Zukunft Presse“ biete dafür eine bewährte Grundlage. BDZV und MVFP wollen politische Positionen künftig noch enger abstimmen, regulatorische Verfahren gemeinsam begleiten und sich auf nationaler sowie europäischer Ebene für faire Wettbewerbsbedingungen einsetzen. „Globale Digitalkonzerne bestimmen heute in erheblichem Maße die Spielregeln in einem Markt, in dem wir täglich um Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Erlöse ringen. Deshalb werden wir die Anliegen der Presse mit noch mehr Nachdruck in Berlin und Brüssel vertreten.“
Die Verbände sind dabei, sich angesichts der Veränderungen in den Märkten als Interessensvertretung neu zu finden. Dabei wird immer wieder auch ein Zusammengehen von MVFP und BDZV ins Spiel gebracht, um einen gemeinsamen Verband für die Presse zu formen (wenngleich dazu viele Organisations- und Strukturfragen offen sind). Dass so ein Schritt funktionieren kann, hatten auf internationaler Ebene bereits die Verlegerverbände WAN-IFRA und FIPP gezeigt, die sich zu Anfang 2026 zusammengeschlossen haben. Und auch ein Zusammengehen von Verlegerverband und Pressevertriebsverband wurde durch den Zusammenschluss von WAN-IFRA und DistriPress bereits umgesetzt.
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Wolfgang Rakel 07.10.2026





