
Digital First soll die Devise der Funke Mediengruppe sein. Dafür baut das Unternehmen das sogenannte Publisher-Modell, bei dem Persönlichkeiten aus dem Hause Funke bestimmte Funktionen an sinnvollen Schnittstellen übernehmen sollen - Fotos: Funke Mediengruppe
Funke forciert Digitalstrategie durch neues Publisher-Modell
Die Funke Mediengruppe will sich stärker aufs digitale Geschäft ausrichten und verändert dafür die Organisationsstruktur ihrer Regionalmedien: Zum Jahresbeginn 2027 führt das Unternehmen an den Standorten Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen, Hamburg und Berlin ein Publisher-Modell ein. Die jeweiligen Publisher übernehmen neben dem Vorsitz der Chefredaktion auch die Funktion eines zweiten Geschäftsführers am Standort.
Ziel der Neuordnung ist nach Unternehmensangaben, Entscheidungswege zu verkürzen und die Verantwortung für journalistische Inhalte, Markenführung und digitales Wachstum stärker zu bündeln. Die publizistische Verantwortung und die wirtschaftliche Entwicklung der Regionaltitel sollen damit künftig enger verzahnt werden.
Hintergrund ist die strategische Ausrichtung der Funke Regionalmedien auf digitale Erlöse. Seit mehreren Jahren treibt der Konzern den Ausbau von Digital-Abonnements voran und hat dafür bereits 2025 standortübergreifende Strukturen für Editorial Development und Digital Publishing geschaffen.
„Mit dem Publisher-Modell richten wir nun die Organisation entlang unserer Digitalstrategie aus und sichern damit die Zukunft eines unabhängigen Regionaljournalismus“, wird Regionalmedien-Geschäftsführer Christoph Rüth in der Mitteilung zitiert.
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Neue Rollen an fünf Standorten
Die Publisher-Funktionen verteilen sich künftig wie folgt:
- Anne Krum übernimmt die Publisher-Rolle für die NRW-Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Westfalenpost und Westfälische Rundschau zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Chefredakteurin Editorial Development.
- Cordula Schmitz wird Publisherin des Hamburger Abendblatts.
- Nils Kawig übernimmt die Funktion in Thüringen. Damit geht einher, dass Kawig neuer Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen wird und Tino Zippel die Chefredaktion der Ostthüringer Zeitung übernimmt (mehr dazu hier).
- Kerstin Loehr wird Publisherin in Niedersachsen.
- Anne Lena Mösken übernimmt mit ihrem Start im Januar 2027 die Publisher-Rolle bei der Berliner Morgenpost.
Die Chefredakteure sollen weiterhin als publizistische Gesichter ihrer Marken auftreten. Die Verlagsgeschäftsführer konzentrieren sich dagegen künftig stärker auf Print-Produkte, E-Paper-Angebote, regionale Vermarktung, Anzeigenblätter und weitere Geschäftsfelder vor Ort.
Veränderungen auch in den Geschäftsführungen
Teil der Neuorganisation sind außerdem Anpassungen in einzelnen Verlagsgeschäftsführungen:
- Während Thomas Kloß in Nordrhein-Westfalen, Görge Timmer in Berlin und Michael Tallai in Thüringen ihre bisherigen Aufgaben behalten, übernimmt Tallai zusätzlich die Verantwortung für Niedersachsen.
- Christian Siebert, bislang Verlagsgeschäftsführer für Hamburg und Niedersachsen, wechselt zum Jahresbeginn 2027 als Geschäftsführer zu den Funke Entertainment-Medien. In Hamburg wird Cordula Schmitz als Publisherin zugleich alleinige Geschäftsführerin.
- Unverändert bleibt die zentrale Steuerung des Digitalgeschäfts unter Carsten Groß als Geschäftsführer Digital Publishing. Gemeinsam mit Anne Krum und deren Stellvertreterin Cordula Schmitz soll er weiterhin die übergreifende Redaktionsstrategie sowie die Weiterentwicklung der Regionalmarken koordinieren.
Mit dem neuen Modell folgt Funke einem Trend vieler regionaler Medienhäuser, bei dem die Verantwortung für Redaktion, Produktentwicklung und digitale Erlöse stärker zusammengeführt wird. Hintergrund sind die anhaltende Transformation des Print-Geschäfts und die wachsende Bedeutung digitaler Abonnement-Modelle für die Finanzierung regionaljournalistischer Angebote.
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Vivian Katharina Bissel 02.11.2026






